Mittwoch, 13. Mai 2015
19.30 Uhr
Adresse:
Kino Eifel Film Bühne
Aachener Straße 15
54576 Hillesheim

Dietrich Schubert

Wüstenfilmnacht und Gespräch mit dem Filmemacher

12,00 € / ermäßigt 6,00 €

"Reise ins Tibesti"

„Was sollen wir mit ihm machen? Ihn etwa töten? Soweit ich weiß, haben wir nicht die Gewohnheit, Menschenblut zu trinken. Und sonst hat dieser Fremdling keine Besitztümer, die uns reizen könnten. Sein Hab und Gut hat er verteilt, seine Kamele sind unbrauchbar, seine Essensvorräte haben wir aufgezehrt, den Weg kennt er nicht. Ohne Nahrung, ohne Wasser, ohne Wegkenntnis wird er in der Wüste zu Grunde gehen, aber Gott wird ihn getötet haben, nicht wir.“

Der Gefangene, der um sein Leben bangte, hieß Gustav Nachtigal (1823-1885). Er war der erste Europäer, der das Tibesti, das höchste Gebirge der Sahara, im Juli 1869 betrat. Fünf Monate zuvor hatte er seine Reise in Tripolis begonnen. Im Auftrag des preußischen Königs sollte er wertvolle Geschenke für Scheich Omar, dem Herrscher des Bornu-Reiches, zum Tschad-See bringen. Bis in den Fezzan, ein Oasengebiet in der libyschen Wüste, kam er ohne Schwierigkeiten. Doch hier fand er monatelang keine Möglichkeit, mit einer Karawane Richtung Süden weiterzuziehen. Deshalb beschloss er, eine Expedition ins Tibesti, im Norden des heutigen Tschad, zu unternehmen, das vor ihm kein Christ betreten hatte. Nachtigals Neugier und seine Abenteuerlust waren größer als alle Warnungen vor den körperlichen Strapazen dieses Vorhabens und vor den Tubu, den Bewohnern des sagenumwobenen Berglandes, die als äußerst gewalttätig galten.

Fast 130 Jahre später, im Oktober 1997, begannen wir im Geländewagen unsere Reise ins Tibesti. Neugierig darauf, welche Spuren Gustav Nachtigals sich noch finden lassen würden. Nicht ahnend, dass wir in der Nähe Bardais, jenem Ort, in dem Nachtigal von den Tubu festgehalten wurde und einen Monat um sein Leben bangen musste, überfallen werden sollten.

 

"Spuren in der Sahara - die Abenteurerin Alexandrine Tinne"

Alexandrine Tinne (1835-1869) war eine der ersten Europäerinnen, die den Konventionen des 19. Jahrhunderts trotzte, den vorgezeichneten Lebenspfad verließ, um von Träumen getrieben ferne Welten zu erkunden. Die reichste Erbin Hollands verbrachte schon ihre Kindheit auf Reisen. Mit Anfang zwanzig wandelte sie sich von der reichen Touristin zur Entdeckerin.

Sie war die erste Frau, die Afrika auf eigene Faust bereiste und sich als energische Streiterin wider den Sklavenhandel erwies. Sie besuchte den Orient, versuchte die Quellen des Nil zu finden und bezahlte ihre Abenteuerlust oft mit leidvollen Erfahrungen. Doch ihre Neugier blieb stärker als die Angst vor Gefahren. Mit Anfang dreißig wollte sie die Sahara erkunden, um mehr über das Leben des sagenumwobenen Tuareg - Volkes zu erfahren, das sich allen europäischen Annäherungsversuchen widersetzt hatte. Von Tripolis aus zog sie mit ihrer Karawane nach Süden. Nie zuvor hatte eine Europäerin  es gewagt, so weit in die Sahara vorzudringen.

Der Film erzählt vom abenteuerlichen Leben der jungen Holländerin und folgt den Spuren ihrer letzten Expedition durch Libyen.